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MyHammer, Check24 & Co.: Lohnen sich Handwerker-Portale?

15. August 2026 · 7 Min. Lesezeit · W&P Consulting

Anmelden, Profil anlegen, Anfragen bekommen – das Versprechen der Handwerker-Portale klingt verlockend. Und ein Stück weit stimmt es sogar. Trotzdem ärgern sich viele Betriebe nach ein paar Monaten über teure Leads, Preisdrücker und Absagen. Dieser Artikel erklärt, wie Portale wirklich funktionieren, wann sie sich lohnen – und wann du dein Geld besser in die eigene Sichtbarkeit steckst.

Wie Portale wirklich Geld verdienen

MyHammer, Check24, Blauarbeit und Co. sind keine Auftragsvermittler – sie sind Lead-Händler. Ihr Produkt ist der Kontakt, nicht der Auftrag. Du bezahlst dafür, dass du mit einem Interessenten sprechen darfst – ob daraus ein Auftrag wird, ist dein Risiko. Und derselbe Kontakt wird in der Regel gleichzeitig an mehrere Betriebe verkauft.

Das ist kein Betrug, sondern ein Geschäftsmodell – aber du solltest es kennen, bevor du kalkulierst. Denn das Portal verdient an jeder Anfrage, unabhängig davon, wer den Auftrag bekommt. Dein Wettbewerber und du bezahlt beide – einer geht leer aus.

Die Rechnung, die kaum jemand macht

Entscheidend ist nicht, was ein Lead kostet – sondern was dich ein gewonnener Auftrag kostet. Dazu musst du zwei Zahlen ehrlich schätzen: den Preis pro Kontakt und deine Abschlussquote, wenn drei bis fünf Betriebe um denselben Kunden konkurrieren.

Rechenbeispiel (Beispielwerte, keine Portalpreise): Kostet ein Lead 40 € und gewinnst du jeden fünften, kostet dich der Auftrag 200 € – plus die Angebotszeit für die vier verlorenen. Bei kleinen Aufträgen frisst das die Marge, bei Preisdrücker-Kunden sowieso. Rechne das einmal für deinen Betrieb durch – mit deinen echten Zahlen.

Dazu kommt der Preisdruck als System: Wenn der Kunde fünf Angebote nebeneinanderlegt und dich nur aus dem Portal kennt, entscheidet fast immer der Preis. Deine Erfahrung, deine Qualität, dein Ruf – all das ist im Portal unsichtbar. Du wirst vergleichbar gemacht, und Vergleichbarkeit drückt immer die Marge.

Wann Portale trotzdem sinnvoll sind

  • In der Startphase: Wenn du gerade gegründet hast und noch keine Empfehlungen, Bewertungen oder Sichtbarkeit hast, liefern Portale schnell erste Aufträge – und erste Referenzen.
  • Bei Auslastungslücken: Ein leerer Kalender kostet mehr als ein teurer Lead. Als kurzfristiger Lückenfüller sind Portale legitim.
  • Zum Testen: Neues Gewerk, neue Region, neues Angebot – Portale zeigen dir schnell, ob überhaupt Nachfrage da ist, bevor du in eigene Kanäle investierst.

Die versteckten Kosten, die niemand einpreist

Der eigentliche Preis der Portale steht auf keiner Rechnung: Die Kundenbeziehung gehört dem Portal, nicht dir. Die Bewertungen, die du dir erarbeitest, bleiben auf der Plattform – sie stärken das Portal, nicht dein Google-Profil. Und je mehr Aufträge du über Portale holst, desto abhängiger wirst du von einem Kanal, dessen Preise und Regeln jemand anderes bestimmt.

Langfristig baust du damit das Geschäft eines anderen auf. Jeder Euro und jede Bewertung, die in deine eigene Sichtbarkeit fließen, arbeiten dagegen dauerhaft für dich.

Der Ausweg: Kunden, die gezielt zu dir kommen

Die Alternative zum Vergleichsportal ist, gar nicht erst verglichen zu werden: ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil mit echten Bewertungen, eine Website, die dein Gewerk und deine Region klar besetzt, und gezielte Werbekampagnen für dein stärkstes Angebot. Wer so anfragt, kennt dich schon – und verhandelt anders.

55Anfragen für Gewerbespeicher in rund 3 Monaten – Elektro König, über eigene Kampagnen statt Portal-Leads

Solche Anfragen kommen exklusiv – kein Wettbewerber bekommt denselben Kontakt. Wie das System dahinter funktioniert, zeigen wir auf der Seite zur Auftragsmaschine, die Ergebnisse in den Fallstudien.

Wenn du Portale nutzt: so holst du das Beste raus

  • Nur als Ergänzung: Portale dürfen Lücken füllen – nie das Fundament sein. Parallel immer die eigenen Kanäle aufbauen.
  • Geschwindigkeit gewinnt: Wer als Erster anruft, hat die beste Quote. Ein Lead, der zwei Tage liegt, ist verbrannt – dein Wettbewerber hat ihn auch.
  • Bewertungen umlenken: Bitte zufriedene Portal-Kunden aktiv um eine Google-Bewertung. So zahlt der Portal-Auftrag wenigstens auf dein eigenes Profil ein.
  • Kosten pro Auftrag tracken: Nicht pro Lead. Rechne quartalsweise nach, ob sich der Kanal gegen deine anderen Wege noch behauptet.

Den großen Überblick über alle sieben Wege der Kundengewinnung – inklusive der kostenlosen – findest du in unserem Leitfaden Kunden gewinnen als Handwerksbetrieb.

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W&P Consulting GmbH · Marketing für Handwerks- und Baubetriebe aus Fürth. Alle Zahlen in diesem Artikel stammen aus echten Kundenprojekten.